Workshops

Seit 2012 organisieren und realisieren wir mit verschiedenen Partnern zahlreiche Lehrveranstaltungen, Workshops und Kurse aus dem ganzen Spektrum des Kulturgutschutzes und verwandter Disziplinen – vor allem beschäftigen wir uns dabei mit Erinnerungskultur.


Słońsk /Sonnenburg – Geschichte und Erinnerung eines Ortes. Rückblick auf 4 Jahre deutsch-polnischer Jugendbegegnungen im Grenzraum 

Deutsche und polnische Jugendliche erarbeiteten in diesem Workshop eine kleine Ausstellung über den Ort und die Geschichte Słońsk/Sonnenburgs. Dabei beschäftigten sie sich mit den Themenkomplexen Johanniterorden – Geschichte und Gegenwart, das Zuchthaus von seiner Entstehung Mitte des 19. Jahrhunderts, über das KZ- Sonnenburg bis hin zur Nacht und Nebel Anstalt und dem Massaker im Januar 1945. Auf dieser Grundlage konnten wir auch auf den Aspekt der heutigen Erinnerungskultur eingehen: Gibt es länderspezifische Perspektiven? Wie erinnern Deutsche und Polen? Gibt es eine Europäische Sichtweise? Und wie geht die jüngere Generation mit dieser Vergangenheit um? An zwei Tagen entstand eine informative und künstlerische Ausstellung, die mit verschiedenen Gestaltungselementen Inhalt und Anspruch visualisiert.


 

Die Stunde Null – Wie erlebten Jugendliche das Kriegsende 1945?  Spurensuche zur unmittelbaren Nachkriegszeit in Pegnitz und Umgebung

2015 jährte sich zum siebzigsten Mal der Tag des Kriegsendes. In den Medien werden die Umstände der so genannten „Stunde Null“ oft anhand der großen und bedeutsamen geschichtlichen Ereignisse vermittelt. Dabei gibt es auch in der regionalen Umgebung viele interessante Aspekte zum Kriegsende und zur unmittelbaren Nachkriegszeit zu erfahren. Aber diese häufig mündlichen Überlieferungen drohen zunehmend verloren zu gehen – die Zahl der Zeitzeugen sinkt kontinuierlich, obwohl die meisten heute noch Lebenden zur damaligen Zeit gerade einmal Jugendliche waren.

Im Zentrum dieses dreitägigen Workshops steht deshalb die Frage: Wie erlebten Jugendliche in Pegnitz das Kriegsende und die sprichwörtliche „Stunde Null“?

Tschechische Jugendliche aus der Pegnitzer Partnerstadt Slany besuchen Deutschland und erfahren gemeinsam mit ihren deutschen Partnern etwas über die unmittelbare Nachkriegs-Geschichte in Pegnitz und der nächsten Umgebung aus der Perspektive von Menschen, die damals so alt waren wie sie es heute sind.

Vier thematische Hauptblöcke sind dabei festgelegt:

1. Stunde Null in Pegnitz – was passierte am 8. Mai 1945 vor Ort? Wie erlebten Jugendliche das Kriegsende?

2. Befreier und Besatzer: Kontakte von Jugendlichen mit den Alliierten

3.Junge Flüchtlinge 1945 und heute

4.“Vorübergehende Heimat im Land der Täter – Jüdische Displaced-Persons-Camps in der Region 1945-1949″.

Am Ende steht das gemeinsame Erarbeiten einer künstlerisch aufbereiteten Dokumentation des Erlebten und Erfahrenen, die in der Pegnitzer Schule, der Volkshochschule Pegnitz und dem Rathaus öffentlich zugänglich gemacht wird.

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Die Mühle von Słońsk – auf den Spuren deutsch-polnischer Geschichte vor und nach 1945

Die letzte erhaltene Wassermühle in Słońsk lag bis 1945 auf deutschem Gebiet. Nach dem Krieg wurde sie von den neu angesiedelten polnischen Bewohnern übernommen, gepflegt und bis heute sorgsam erhalten. Die Mühle befindet sich in einem originalen Zustand und ist noch voll funktionstüchtig. Sie wird als produzierendes Museum betrieben und stellt damit ein starkes Symbol des gemeinsamen und Nationen übergreifenden europäischen Kulturerbes dar.

Bei diesem eintägigen Workshop begeben sich polnische und deutsche Schüler vor Ort gemeinsam auf die Spuren dieses Erbes, begleitet von Fachreferenten und Zeitzeugen. Dabei wird zunächst der Ort Słońsk mit seiner wechselvollen Geschichte vorgestellt. In intensiven Archiv- und Recherchearbeiten erarbeiten die Teilnehmer des Workshops anschließend die Geschichte der Mühle und des Mühlenwesens im Allgemeinen. Durch Einsicht in vorhandene historische Quellen kann die Geschichte der Mühle in den Zeiten ihrer deutschen und polnischen Bewirtschaftung nachvollzogen werden.
Praktische technische Übungen wie die gemeinsame Konstruktion eigener Mühlenmodelle vertiefen den Umgang mit der Materie weiter. Eine gemeinsame Besichtigung der Mühle in Aktion und eine fachkundige Führung durch den Mühlenbetreiber rundet die Veranstaltung schließlich ab.

Mühle

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Słońsk/Sonnenburg Geschichte und Gegenwart eines Ortes

Auf dem Ort Słońsk/Sonnenburg im heutigen Polen lastet ein schwieriges Erbe. Im Nationalsozialismus errichtete man hier eines der ersten Konzentrationslager, in dem während der Nazi-Diktatur etliche politische Gefangene, darunter viele Ausländer gefangen gehalten, gefoltert und ermordet wurden. Bereits 1933 erhielt das KZ den Beinamen „Folterhölle“. In der Nacht vom 30. zum 31. Januar 1945 starben aufgrund eines geplanten Massakers über 800 Inhaftierte durch ein SS-Exekutionskommando.

Ziel des Workshops ist die Auseinandersetzung mit dem polnischen Ort Słońsk, dem früheren Sonnenburg, der nahe der Oder gelegen ist. Mit seiner wechselhaften Geschichte als Hauptsitz des Johanniterordens, aber auch als Ort nationalsozialistischer Verbrechen während der NS-Diktatur spiegelt er die vielschichtige deutsche Vergangenheit wieder.

Beim abwechslungsreichen Programm steht der Ort Sonnenburg/Słońsk, seine Geschichte in der ehemaligen brandenburgischen Neumark und der Orden der Johanniter im Mittelpunkt. Referenten und Zeitzeugen kommen zu Wort und historische Quellen werden erschlossen und analysiert. Zu vorgegebenen Themenkomplexen erarbeiten die Schüler Vorträge, deren Präsentation mit einer Feedbackrunde den Tag abrundet.

Zum Workshop gehört außerdem eine Exkursion nach Słońsk mit einer Führung zum Museum der Märtyrer von Sonnenburg zur KZ-Geschichte, eine Besichtigung der restaurierten gotischen Kirche im Ortskern und der Besuch einer Ausstellung zur Stadtgeschichte.


 

Wo Handwerk und Geschichte aufeinandertreffen – Die Revitalisierung der Friedhofs-Gedenkstätte in Słońsk

Das Martyriumsmuseum in Słońsk und die Friedhofs-Gedenkstätte sind Orte der Erinnerung. Um sie zu einem aktiven Ort zu gestalten, an dem Geschichtsvermittlung und Erinnerungskultur betrieben werden kann, finden anlässlich eines dreitägigen Workshops Jugendliche aus Deutschland und Polen zusammen und pflegen in gemeinsamer Arbeit die Friedhofsanlage.

Durch die praktische Arbeit an diesem historischen Ort lässt sich auf direktem Wege ein Zugang zur Vermittlung und Aufarbeitung der schwierigen Geschichtsthemen finden. Die Arbeit am Objekt fördert zudem einen sachgerechten, bewussten Umgang mit dem Kulturerbe sowie den Erwerb handwerklicher Fähigkeiten im Bereich der Garten-, Friedhofs- und Denkmalpflege.

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Stolpersteine und Orte des Erinnerns – Auf Spurensuche mit deutschen und polnischen Jugendlichen Fürstenwalde

Mahnmale, Friedhöfe, Gedenksteine und –tafeln sind Orte des Erinnerns, an denen wir im Alltag vorübergehen, die uns anstoßen zu Nachfragen, zu einem Aufbrechen der Geschichte in unserem lokalen Umfeld und unserer Region.

In der Stadt Fürstenwalde befinden sich zahlreiche Orte des Gedenkens. Hier erarbeiten deutsche und polnische Jugendliche gemeinsam die Geschichte des Nationalsozialismus und der ehemaligen DDR. Anhand von Biografien gehen wir aktiv auf Spurensuche und wollen die Region durch den „doppelten Blick“ wahrnehmen und kennenlernen.

41 Stolpersteine, die u.a. an jüdische und politische Verfolgte erinnern, dienen bei dieser Aktion der Auseinandersetzung mit den Folgen des Nationalsozialismus. Auch die DDR- Geschichte wird anhand ausgewählter sozialistischer Baudenkmale in einer anschaulichen Stadtführung reflektiert.

Bei einer Geocaching-Aktion in Zusammenarbeit mit dem Museum Fürstenwalde setzen sich die Schüler in deutsch-polnischen Teams selbstständig mit der Geschichte und Erinnerungskultur auseinander und begeben sich auf die Spuren ehemaliger jüdischer Bewohner Fürstendwaldes. Dieses Vorgehen ermöglicht einen eigenen Zugang zur Aufarbeitung und Reflexion der behandelten Themenschwerpunkte. Ergänzt und gestaltet wird das Treffen durch eine Stadtführung, kurze Vorträge, ein Zeitzeugengespräch und sportliche Aktivitäten.

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