Słońsk / Sonnenburg – Erinnern über Grenzen hinweg

Seit den Anfängen unserer Vereinsarbeit beschäftigen wir uns mit der Geschichte von Sonnenburg, dem heutigen Słońsk in Polen. Der Ort steht für nationalsozialistische Verfolgung, politische Haft und eines der letzten großen Verbrechen des NS-Regimes: das Massaker an Häftlingen des Zuchthauses Sonnenburg in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1945.

In zahlreichen deutsch-polnischen Jugendbegegnungen haben wir gemeinsam mit unseren Partnern die Geschichte des Ortes erforscht, Biografien rekonstruiert und vielfältige Formen des Gedenkens entwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Opfer des Massakers sowie drei der bekanntesten politischen Häftlinge Sonnenburgs: der Rechtsanwalt Hans Litten, der Schriftsteller und Anarchist Erich Mühsam und der Journalist und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky.

Unsere Erinnerungsarbeit umfasst historische Recherchen, biografische Projekte, Filme, Ausstellungen und künstlerische Aktionen. Dazu gehörte über viele Jahre auch eine Fotoaktion an der ehemaligen Erschießungsmauer, die nach der Privatisierung des Geländes nicht mehr durchgeführt werden kann.

Gedenken an die Opfer des Massakers

Jedes Jahr rund um den Jahrestag des Massakers beschäftigen wir uns in unterschiedlichen Projekten mit der Geschichte Sonnenburgs und den Schicksalen der dort inhaftierten Menschen.

Eine besondere Rolle spielen dabei biografische Zugänge. Die Auseinandersetzung mit dem Leben und Wirken von Hans Litten, Erich Mühsam und Carl von Ossietzky eröffnet persönliche Perspektiven auf politische Verfolgung, Widerstand und Zivilcourage.

Aus den Projekten entstanden unter anderem Filme, Ausstellungen, künstlerische Gedenkaktionen und Beiträge zu den jährlichen Gedenkveranstaltungen.

Deutsch-polnische Jugendbegegnungen und Erinnerungsarbeit

Seit 2013 bringen unsere Herbstprojekte deutsche und polnische Jugendliche in Słońsk zusammen, um sich gemeinsam mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers und Zuchthauses Sonnenburg auseinanderzusetzen.

Die Begegnungen verbinden historische Recherche, biografische Arbeit und kreative Formen des Gedenkens mit praktischer Erinnerungsarbeit.

Ein fester Bestandteil ist die gemeinsame Friedhofsgedenkaktion. Dabei engagieren sich die Jugendlichen für den Erhalt und die Pflege der Friedhofsgedenkstätte, die an die anonymen Opfer des Massakers vom Januar 1945 erinnert. Die praktische Arbeit am historischen Ort bietet zugleich Gelegenheit, über Erinnerung, Verantwortung und den Umgang mit der Vergangenheit ins Gespräch zu kommen.

Unsere Projekte in Słońsk / Sonnenburg

Gedenkprojekte zum Jahrestag des Massakers

2013-2019Słońsk/Sonnenburg – Geschichte und Gegenwart eines Ortes
(jährlich eigenständige Projekte)
2020Würdevolles Gedenken der Kriegsopfer von Słońsk/Sonnenburg
2021Im Kontext deutsch-polnischer Geschichte: Erinnerungsort Słońsk/Sonnenburg
2022Zusammen Geschichte erleben!
2023Erinnere dich an mich! Schicksale aus Sonnenburg
2024Erinnere dich an mich! Schicksale aus Sonnenburg
2025Das Massaker von Sonnenburg – Gedenkaktion zum 80. Jahrestag
2026Gesichter der Geschichte – Drei Biografien, ein Gedenken

Deutsch-polnische Herbstbegegnungen

2013-2015Wo Handwerk und Geschichte aufeinandertreffen – Revitalisierung der Friedhofsgedenkstätte Słońsk (jährlich eigenständige Projekte)
2016Słońsk/Sonnenburg – (neue) Wege der Erinnerung
2017Słońsk/Sonnenburg – Wege der Erinnerung und des Gedenkens
2018Geschichte teilen und gemeinsam aufarbeiten
2019Erinnerungskultur aktiv! – Gemeinsam für ein Europa
2020Erinnerungscollagen Słońsk

Die einzelnen Projekte wurden eigenständig gefördert und durchgeführt. Ausführliche Projektberichte und Ergebnisse sind in den jeweiligen Beiträgen dokumentiert.